eiko_list_icon Unwettereinsätze

Sturmschaden (T1)
T1 Technischer Einsatz
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Einsatzort Details

Neulengbach
Datum 17.07.2021
Alarmierungszeit 07:34 Uhr
Alarmierungsart Pager & SMS
eingesetzte Kräfte

FF Neulengbach-Stadt
Polizei
    Fahrzeugaufgebot   KDO  SRF  WLFA-K  VF
    T1 Technischer Einsatz

    Einsatzbericht

    In den Morgenstunden des 17. Juli 2021 gingen im Raum Neulengbach erhebliche Regenmengen nieder, die schließlich auch ein Ausrücken der Freiwilligen Feuerwehr Neulengbach-Stadt nötig machten.

    Zuerst wurden wir zu Auspumparbeiten in die Edelbreitenstraße alarmiert. Dort waren Elemente einer Behelfsbrücke für Fußgänger direkt über einem Zulauf des Laabenbaches abgelegt worden, die nun bewirkten, dass der aufgrund der starken Regenfälle stark angeschwollene Zulauf regelrecht aufgestaut wurde. Das so aufgestaute und umgelenkte Wasser war in weiterer Folge in die Garage eines Anrainers eingedrungen.

    Von uns wurde ein Mini-Damm mit Elementen der Behelfsbrücke und herbeigeschafften Sandsäcken errichtet, um die Wassermassen von der Garage wegzuleiten. Aus dieser wurden anschließend die wertvollsten Gegenstände in Sicherheit gebracht; danach wurde vor den beiden Garagenöffnungen mittels Pfosten und Sandsäcken ein improvisierter Hochwasserschutz errichtet.

    In der Zwischenzeit zeichnete sich ab, dass auch der Wasserstand des benachbarten Laabenbaches stetig zu steigen begann. Das stellte insofern ein Problem dar, weil die Straßenbrücke der über den Bach führenden Sankt Pöltner Straße gerade neu errichtet wird. Dafür war der Bach im Bereich der Baustelle zugeschüttet worden; sein Wasser unterfließt diesen Bereich für die Dauer der Bauarbeiten durch mehrere große Stahlrohre. Genau diese Stahlrohre stellten in dieser Starkregensituation aber recht bald ein Nadelöhr dar, die immer größer werdenden Wassermassen stauten sich zusehends vor ihnen auf und es dauerte nur wenige Minuten, bis letztlich der gesamte Baustellenbereich unter Wasser stand.

    Für uns begann mit dem Steigen des Pegelstandes ein Wettlauf gegen die Zeit: Zuerst wurden mit Muskelkraft lose herumliegende Baumaterieleien in Sicherheit gebracht; dann wurde der die Baustelle absperrende Bauzaun abgebaut, um mit dem Wechselladefahrzeug zufahren zu können. Das nahm gehörig Zeit in Anspruch, da sich der neue Einsatzort zwar nur wenige Meter Luftlinie vom ersten entfernt befand, aber leider auf der anderen Seite des Baches lag. Da ja keine Brücke zur Verfügung stand, mussten die Feuerwehrfahrzeuge einen kilometerlangen Umweg zurücklegen, um ans gegenüberliegende Ufer zu gelangen.

    Währenddessen wurde auch die zuständige Baufirma über die Situation in Kenntnis gesetzt und besonders darauf aufmerksam gemacht, dass die Wassermassen zusehends einen Fahrzeugkran gefährdeten, der auf der Baustelle abgestellt war. Konkret ging es darum, dass eine der vier Stützen des Krans bald direkt in der Strömung der Wassermassen stand. Somit bestand die Gefahr, dass die Stütze bald unterspült würde, was wiederum dazu hätte führen können, dass der Kran im schlimmsten Fall hätte umstürzen können.

    Während wir auf das daraufhin angekündigte Eintreffen des Kranfahrers warteten, wurde von uns der Fahrweg des Krans von erheblichen Mengen Baumaterial freigemacht. Letztlich gelang das Manöver, der Kran konnte sicher aus der Gefahrenzone manövriert werden und auch der allergrößte Teil der Baumaterialien konnte in Sicherheit gebracht bzw. aus den Fluten geborgen werden.

    Zwischenzeitlich rückte ein Teil der Mannschaft in die Windmühlgasse ab, wo es einen überfluteten Lichtschacht auszupumpen galt.

    Und am Nachmittag desselben Tages wurden wir zur Unterstützung unserer Nachbarfeuerwehr Maria Anzbach gerufen, wo es die Verklausung einer Brücke zu lösen galt, was mithilfe des Krans des Wechselladefahrzeuges auch recht bald gelang.

    Fast zeitgleich erreichte uns ein Anruf, dass ein verstopfter Kanal beim Fernwärmeheizwerk der EVN durchgespült werden muss.

    Zum letzten Einsatz des Tages wurden wir um 20:30 Uhr alarmiert, da bei der Polizeiinspektion Neulengbach durch den starken Regen Wasser durch das Dach eintrat, welches von uns mithilfe einer Plane und Sandsäcken abgedeckt wurde.

    Insgesamt standen 15 Kameraden für etwa 9 Stunden im Einsatz. Die letzten eingesetzten Kräfte rückten gegen 22:00 Uhr in das Feuerwehrhaus ein.

     

    sonstige Informationen

    Einsatzbilder