Am 30. Juni 2026 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Neulengbach-Stadt ihr neues Versorgungsfahrzeug-Allrad (VFA) offiziell übergeben. Damit befindet sich nun auch das letzte Fahrzeug des Projekts „Fuhrpark 2025“, das bereits 2013 im Zuge des Inkrafttretens der neuen Ausrüstungsverordnung ins Leben gerufen wurde, im Dienst.
Das VFA wird künftig die nicht zeitkritischen Aufgaben zweier bestehender Fahrzeuge – des Löschfahrzeugs-Allrad (LFA) sowie des Schweren Rüstfahrzeugs (SRF) – übernehmen und diese bei logistischen Tätigkeiten entlasten.
Das Fahrzeug besteht im Wesentlichen aus einem Planenaufbau mit Ladebordwand auf einem 18-Tonnen-Fahrgestell der Firma MAN. Der Aufbau wurde von der Firma Keller gefertigt, welche die Ausschreibung der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) für sich entscheiden konnte.
Bei der Auswahl des Fahrgestells wurde aufgrund der Erfahrungen während des Jahrhunderthochwassers 2024 besonderes Augenmerk auf eine möglichst hohe Wattiefe gelegt. Diese beträgt nun 85 cm, wodurch mit dem Fahrzeug deutlich tieferes Wasser durchfahren werden kann, als dies mit herkömmlichen Feuerwehrfahrzeugen üblicherweise möglich ist.
Die Hauptaufgabe des Fahrzeugs wird künftig darin bestehen, Material bei nicht zeitkritischen Einsätzen an den Einsatzort zu transportieren und allgemeine Logistikaufgaben zu übernehmen. Dazu zählen beispielsweise Katastropheneinsätze, Schadstoffeinsätze oder Großbrände, bei denen umfangreiche Löschwasserversorgungen aufgebaut werden müssen und große Mengen an Material benötigt werden.
Darüber hinaus ist vorgesehen, das Fahrzeug im Katastrophenhilfsdienst einzusetzen. Deshalb wurde auch auf den Komfort der Mannschaft bei längeren Einsätzen Wert gelegt. So verfügt das VFA unter anderem über eine Klimaanlage sowie eine integrierte Kühlbox für antialkoholische Getränke.
Eine 5-Tonnen-Vorbauseilwinde der Firma Maxwald sowie eine fest verbaute Abschleppstange erweitern die Möglichkeiten des Fahrzeugs im technischen Einsatzbereich.
Das Fahrzeug verfügt über eine Nutzlast von 8 Tonnen. Die Ladefläche wurde so ausgelegt, dass gleichzeitig sechs Europaletten transportiert werden können. Dadurch kann die Beladung jederzeit flexibel an die jeweilige Einsatzlage angepasst werden.
Für Hochwassereinsätze können beispielsweise eine Schmutzwasserpumpe, ein Stromerzeuger, mehrere Tauchpumpen, Schläuche sowie Schanzwerkzeug verladen werden. Bei Großbränden finden unter anderem eine Tragkraftspritze auf Rollcontainer, mehrere hundert Meter Schlauchmaterial, wasserführende Armaturen, Atemschutzgeräte, Belüfter, Schaummittel und Leichtschaumgeneratoren Platz. Ein Teil dieser Beladung befindet sich bereits als Standardbeladung im Fahrzeug.
Auch für Schadstoffeinsätze, Seilwindeneinsätze und weitere technische Hilfeleistungen stehen entsprechend vorbereitete Rollcontainer und Materialboxen zur Verfügung.
Wie bereits bei den zuletzt beschafften Fahrzeugen wurde auch beim neuen Versorgungsfahrzeug konsequent auf das bewährte Beschaffungskonzept gesetzt: einfache Bedienung, maximale Flexibilität und der bewusste Verzicht auf technische Ausstattungen, die für den Einsatzerfolg keinen wesentlichen Mehrwert bieten.
Mit der Indienststellung des neuen Versorgungsfahrzeugs-Allrad konnte das Projekt „Fuhrpark 2025“ nach über einem Jahrzehnt erfolgreich abgeschlossen werden. Das Fahrzeug stellt eine wertvolle Ergänzung für den Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Neulengbach-Stadt dar und wird insbesondere im Bereich der Logistik sowie bei Katastropheneinsätzen einen wesentlichen Beitrag zur Einsatzbereitschaft leisten.